Papier und Ausführung


Es ist etwa eine Woche vor Ausstellungsbeginn. Alle Bilder sind gedruckt und aufgezogen und stehen bereit für den Transport. Für die Ausstellung im Schloss Dottenwil wurden viele Exponate angefertigt, weil reichlich Platz vorhanden ist. Aber was genau wurde bis jetzt getan?

Es gibt viele Arten wie man Fotos verarbeiten kann. Das gilt für das Papier wie für die weitere Ausführung gleichermassen. Reguläres Fotopapier scheidet für Kunstdrucke in der Regel aus. Zu sehr erinnert das Material an Fotoalben und dergleichen. Während das für redaktionelle Bilder durchaus eine geeignete Wahl sein kann, wünscht man sich für einen Kunstdruck eine extra Qualität.

Die richtige Papierwahl kann dem Bild einen eigenen Charakter verleihen. Welchen Ausdruck soll erreicht werden? Ich liefere Bilder in der Regel mit einem von zwei Papiersorten:

  • Ein reines Baumwoll-basiertes Papier hat eine eigene Struktur und eine naturweisse Farbe. Damit das Papier dem Bild seinen Charakter zuspielen kann drucke ich die meisten Bilder mit einem grosszügigen Rand. Reines Baumwoll-basiertes Papier hat eine sinnliche Anmutung und es ist eine Erfahrung für sich.
  • Ein Barytpapier mit hochglatter gestrichener Oberfläche ist perfekt für Bilder mit viel Detail. Das Papier ist leicht glänzend und im Wechselspiel von Licht und Druckfarben erhalten die Bilder eine eigene Brillianz. Barytpapier eignet sich hervorragend für Schwarzweissbilder oder eher knallige farbige Bilder.

Gedruckt wird mit einem professionellen Tintenstrahldrucker mit mehreren Farbvarianten für dieselbe Farbe (Schwarz, Cyan, Magenta). Dadurch erreicht der Ausdruck eine Tiefe in den Farben und eine Farbdeckung, die mit einfachen Druckern oder im Offsetverfahren nicht möglich sind. Der Farbumfang ist grösser, die Farbdeckung ist besser. Bilder wirken lebendig.

Für Ausstellungen und als Standardvorgabe hier auf der Website werden die Bilder direkt auf einer Aluplatte aufgezogen und mit einer Distanzplatte versehen. So erscheinen die Bilder sehr «leicht» und «schweben» vor der Wand. Der leichte Abstand wirft einen Schatten auf die Wand für eine höhere Plastizität.

Diese Variante wurde auch noch aus einer anderen Überlegung heraus so gestaltet. Die Begegnung mit Bild und Papier auf diese Art ist unvermittelt. Es ist kein Glas dazwischen. Die Bilder spiegeln nicht. Gibt es auch Nachteile? Gewiss! Diese Art der Ausführung bietet für die Bilder wenig Schutz. Man sollte die Bilder also eher an einem ruhigen Ort hängen, wo keine Finger sie berühren. Alternativ kann die Oberfläche noch behandelt werden oder für anspruchsvollere Umgebungen sollte das Bild eingerahmt werden.